Sie sind rechtsschutzversichert?

Soweit in Ihrer Angelegenheit eine Rechtsschutzversicherung eintrittspflichtig ist, hat diese mit Ausnahme einer etwaigen Selbstbeteiligung alle anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten in gesetzlicher Höhe zu übernehmen.

 

Freie Anwaltswahl

Es gilt das Recht der freien Anwaltswahl, d.h. auch wenn Sie rechtsschutzversichert sind, dürfen Sie selbst den Anwalt Ihres Vertrauens mit Ihrer Interessenvertretung beauftragen. Ihre Rechtsschutzversicherung ist nicht berechtigt, Ihnen die Inanspruchnahme eines bestimmten Anwalts vorzuschreiben. Etwaige Anwaltsbenennungen durch Ihren Rechtsschutzversicherer sind unverbindlich, auch wenn es sich bei dem vorgeschlagenen Rechtsanwalt um einen Vertragsanwalt der Versicherung handelt.

 

Bei Eintrittspflicht einer Rechtsschutzversicherung können die anfallenden Kosten - unabhängig davon, bei welcher Versicherung sie rechtsschutzversichert sind - grundsätzlich unmittelbar mit der Rechtsschutzversicherung abgerechnet werden, so dass Sie mit den Kosten nicht in Vorleistung gehen müssen.

 

Höhe der Anwaltsvergütung

Insbesondere soweit keine Rechtsschutzversicherung besteht, wird die Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts oftmals nicht unerheblich von der Frage der Kosten mitbestimmt. Ich lege daher in jedem Stadium der Beratung besonderen Wert auf Kostentransparenz. Nachfolgend gebe ich Ihnen deshalb einen kurzen Überblick über das anwaltliche Gebührenrecht:

 

Die Höhe der Anwaltsgebühren ist in Deutschland seit dem 01.07.2004 gesetzlich durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Die Höhe der anwaltlichen Vergütung ergibt sich entweder unmittelbar aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz oder aus einer zulässigen, schriftlichen Vergütungsvereinbarung zwischen Anwalt und Mandant. Vergütungsvereinbarungen sind statt der Abrechnung der gesetzlichen Gebühren möglich. Es sind jedoch die Regelungen der §§ 49b BRAO und 3a ff. RVG zu beachten. Danach dürfen die gesetzlichen Gebühren durch eine Vergütungsvereinbarung in gerichtlichen Verfahren nicht unterschritten werden. Die Vereinbarung einer höheren als der gesetzlichen Vergütung ist jederzeit möglich.

 

Gesetzliche Gebühren

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz besteht aus dem Gesetzestext, an den sich das Vergütungsverzeichnis anschließt. Der Gesetzestext enthält die allgemeinen gebührenrechtlichen Vorschriften, das Vergütungsverzeichnis die einzelnen Gebührentatbestände.

 

Insbesondere im zivilrechtlichen Bereich richtet sich die Höhe der anfallenden Gebühren nach dem jeweiligen Gegenstandswert der Angelegenheit. Dieser Wert anwaltlichen Tätigkeit wird in gerichtlichen Verfahren durch das Gericht festgesetzt. Durch dieses System aufwandsunabhängiger Vergütung soll die so genannte Quersubventionierung gewährleistet werden. Mandate mit hohem Gegenstandswert sollen finanziell den im Verhältnis hohen Arbeitsaufwand bei Mandaten mit geringem Gegenstandswert ausgleichen. Mehr Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Bundesrechtsanwaltskammer.

Sie haben noch Fragen zur Höhe der voraussichtlich anfallenden Rechtsanwaltsgebühren oder Fragen zu meinen Leistungen?

Kontaktieren Sie mich unter +49 (0)203 478855 oder direkt per Kontaktformular.